Messier 109 – Die Balkenspiralgalaxie im Großen Bären

Messier 109
Messier 109 mit ihren Begleitgalaxien

Messier 109, auch bekannt als NGC 3992, ist eine wunderschöne Balkenspiralgalaxie im Sternbild Ursa Major (Großer Bär). Sie liegt etwa 83,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und ist die am weitesten entfernte Galaxie im Messier-Katalog. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 10,6 mag ist sie visuell eine Herausforderung – aber in der Astrofotografie offenbart M109 ihren vollen Detailreichtum.

Typisch für eine SBc-Galaxie besitzt M109 einen ausgeprägten zentralen Balken, von dem sich mehrere locker gewundene Spiralarme ausbreiten. Diese Struktur ist besonders in Langzeitbelichtungen gut sichtbar: Der helle Balken schneidet das Zentrum der Galaxie und zieht sich auffällig horizontal durch das Bild. In den Spiralarmen erkennt man H-II-Regionen, Sternentstehungsgebiete und feinste Staubstrukturen, die sich in ruhigen, schwungvollen Bögen um das Zentrum winden.

M109 hat einen Durchmesser von etwa 175.000 Lichtjahren, ist also größer als unsere Milchstraße. Umgeben ist sie von mehreren kleineren Begleitgalaxien – darunter UGC 6923, UGC 6940 und UGC 6969 –, die auf tiefen Astrofotos als kleine, neblige Flecken im Umfeld auftauchen können. Diese Gruppe wird als M109-Galaxiengruppe bezeichnet und ist ein interessantes Beispiel für die Wechselwirkungen zwischen großen Galaxien und ihren Satelliten.

Astrophysikalisch ist M109 von besonderem Interesse, weil ihre zentrale Region eine hohe Sternendichte aufweist. Der ausgeprägte Balken ist ein Hinweis auf dynamische Prozesse im Inneren: Balkenstrukturen können dabei helfen, Gas in das Zentrum zu leiten, wo es die Sternentstehung anregt oder ein supermassereiches Schwarzes Loch speist. In Aufnahmen mit hoher Detailtiefe kann man dieses Zusammenspiel zwischen Gravitation, Gasbewegung und Sternentwicklung erahnen.
Die Galaxie wurde 1781 von Pierre Méchain entdeckt und später von Charles Messier in seinen berühmten Katalog aufgenommen – allerdings erst relativ spät. M109 trägt die höchste offizielle Messier-Nummer (M110 wird oft als Anhang betrachtet), was ihr einen besonderen Platz im Katalog der Deep-Sky-Objekte verleiht.

Für Astrofotografen stellt M109 eine reizvolle Herausforderung dar: Ihre relativ geringe Flächenhelligkeit erfordert lange Belichtungszeiten und sorgfältige Bildbearbeitung, um die Spiralarme und feinen Strukturen sichtbar zu machen.

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